Chinesisches Flugverbot für Air Koryo?

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Nachdem in einigen deutschen Medien berichtet wurde, dass die staatliche nordkoreanische Fluglinie Air Koryo nicht mehr nach China fliegen dürfe, haben sich in den letzten Tagen mehrere Kunden verunsichert mit dieser Frage an uns gewandt. Wir haben bei den verantwortlichen Stellen nachgehakt und uns selbst ein Bild gemacht.
 
Was ist wirklich passiert?
 
Nach der Notlandung eines Air Koryo Jets im vergangenen Juli in Shenyang fordert China in offiziellen Verlautbarungen eine Angleichung von Wartungs- und Notfall-Prozeduren. Es geht dabei vor allem um Kommunikation und einheitliche Standards. Von handfesten Sanktionen ist in den offiziellen Papieren dagegen nicht die Rede. Entgegen anderslautenden deutssprachigen Berichten von einem vermeintlichen „Betriebsverbot“, steht geplanten und gebuchten Flügen mit Air Koryo deshalb nichts im Wege.
 
Auch das oftmals aufgewärmte Bild, wonach die Air Koryo-Flotte grundlegend überaltert sei (die für den Tourismus genutzte Flotte stamme aus Zeiten des Kalten Krieges) und nach europäischen Standards gar nicht operieren dürfe, erweist sich bei näherem Hinsehen als wenig haltbar. Tatsächlich wurde die Flotte modernisiert und damit verkehren auf den Strecken zwischen Pyongyang und China seit 2013 ausschließlich neueste Maschinen des Typs Tu-204 und An-148. Beide Modelle sind nicht älter als 5 bzw. 10 Jahre und die beiden Tu-204 verfügen obendrein über eine uneingeschränkte Einfluggenehmigung für den Luftraum der Europäischen Union.
 
Welche Schlüsse ziehen wir daraus?
 
Ungenauigkeiten kommen in der Berichterstattung über Nordkorea leider häufiger vor. Es lohnt sich wie so oft nachzuhaken und sich dem Thema mittels verschiedener Quellen anzunähern. Das Beste bleibt auch hier, sich selbst ein Bild zu machen – vielleicht schon auf dem nächsten Flug mit Air Koryo nach Pyongyang!